"Den Schwierigkeiten Zeit geben"

Das habe ich über meine Noten der 2. Fantasie für Violine solo von G. Ph. Telemann geschrieben.
Das ist nicht so einfach, denn ich bin es hauptsächlich gewohnt, im Orchester zu spielen, und da hat man schön im Takt zu bleiben, auf den Dirigenten zu achten. Oh, bin ich immer pünktlich, stellt sich nun beim Geigenunterricht heraus.
Der Telemann verträgt das nicht, da muss ich „den Schwierigkeiten Zeit geben“. Sprich, das sind oft die Doppelgriffe und Akkorde. Wenn ich da nur so drüber husche, kommen die nicht zum Klingen! Die werden dadurch regelrecht abgewürgt.

Der Titel klingt so metaphorisch und – aufs Leben übertragen – ungeliebt. Wer will schon lange in Schwierigkeiten stecken? Doch darüber lasse ich mich jetzt nicht aus. Die musikalischen Schwierigkeiten aber, die sind dann gar keine mehr, wenn ich ihnen Zeit gebe.

In der Kirche Geige üben

Zur Zeit spiele und übe ich die zweite der zwölf Fantasien von Telemann für Violine solo ein. Gedacht habe ich das für den Weihnachtsgottesdienst meiner Gemeinde am 24.12. Aber es hat sich herausgestellt, dass der Zeitplan dieses Gottesdienstes so dicht ist, dass ich wahrscheinlich „nur“ bei ein paar Weihnachtsliedern mitspielen werde.

Mein Geigenlehrer hat mir vorgeschlagen, einfach mal um zu hören, wie das klingt mit dem Hall, mal in der Kirche zu üben! Hu, ob ich mich das traue? Jetzt in der Adventszeit ist blöd, weil in den Kirchen dauernd Veranstaltungen sind und die Proben dafür. Aber im neuen Jahr, im Januar? Wäre eine Idee!

Hört mal rein in dieses tolle Stück. Es besteht aus drei Sätzen. Besonders der zweite hört sich so vielstimmig an als sei da ein ganzes Ensemble am Werke, aber es ist „nur“ die Geige mit total vielen Doppelgriffen und Dreiklängen.
Ein tolles Stück!

Licht sein, Licht bringen

Ich habe mir das aktuelle Buch aus der Serie „Und es wird leuchten ein Stern“, herausgegeben von German Neundorfer, erschienen bei Herder, besorgt. Und schon einiges drin gelesen. (Alles auf einmal lesen geht nicht, denn die Impulse regen doch sehr zum Nachdenken an.)

Auf Seite 45 steht ein kurzer Text von Phil Bosmans über Licht und Dunkelheit. (Phil Bosmans war ein flämischer Ordensmann.) Dass Dunkelheit, v.a. anhaltende Dunkelheit, Angst macht. Und dass es befreiend sei, wenn plötzlich ein Licht aufleuchte. Er schreibt: „Zum Glück gibt es Menschen, die solches Licht anzünden.“

Je älter ich werde, desto mehr und desto öfter erkenne ich, wie Menschen in ihrer Dunkelheit leben, ob nun hübsche Tünche drüber oder nicht, aber die Dunkelheit bzw. die Angst ist im Herzen, im Kopf.
Mir tut das leid, denn sie stehen sich selbst im Weg rum (und anderen auch). Die Weite des Blickes fehlt. Die Geduld.

Und ich weiss nicht, wie ein Licht in ihre Welt bringen. Bosmanns schreibt: „Solch ein Licht im Dunkel kann auch ein erlösendes Wort, eine liebevolle Geste, eine helfende Tat sein.“
Das hört sich so gut an, so einfach umzusetzen. Aber: In der jeweiligen Situation fällt mir nicht das passende ein. Und: Selbst wenn ich ein kleines Lichtlein angezündet habe, wird es weiterbrennen? Geht es nicht aus? Was kostet es, das Licht am Brennen zu halten?

Ja, was kostet es mich, denn an mir ist kein Sozialarbeiter verloren gegangen. Ich habe das Talent nicht. Ich kenne einige, bei denen können Gespräche nicht tief genug gehen. Ich mag auch tiefe Gespräche, aber irgendwann bin ich abgefüttert, da geht es nicht mehr weiter.

Ja, ja, ein Licht in die Welt bringen. Gar nicht so leicht.

Advent als Aufbruch?

So hatte ich das noch nie gesehen.

Gestern sassen wir zusammen zum Adventssingen. K. hatte Adventsbücher aus dem Herder-Verlag mitgebracht, die mich sehr ansprachen. Er meinte, das sei eine ganze Serie bei denen, jedes Jahr käme ein neues heraus. Wen es genauso interessiert wie mich: Sie heissen „Und es wird leuchten ein Stern“. Jedes Jahr ein anderes, mit immer neuen Impulsen, gar nicht lang.

Da drin stand also, dass die Adventszeit, Weihnachten, eine Zeit des Aufbruchs seien. Kam mir ganz neu vor. Eine Zeit der Besinnung, das ja. Auf keinen Fall eine Zeit des Stresses, das will ich nicht mitmachen (auch wenn diese Zeit zum Stress neigt mit Geschenken und Feiern und Jahresabschluss). Aber eine Zeit des Aufbruchs?
Tja, Josef und Maria waren aufgebrochen, ein Kind kommt auf die Welt (der Aufbruch per se), die drei Weisen aus dem Morgenland waren aufgebrochen.
Das passt so gar nicht zum heimeligen Plätzchenbacken, Kerzenanzünden, Familienessen. Ein Aufbruch ist alles andere als klein bei klein.

Doch, ich sollte mal Advent unter dem Aspekt „Aufbruch“ betrachten!

Claudia gräbt Bücher aus

Claudia stellt auf ihrem Blog immer wieder Bücher vor, die sie gelesen hat. Diesmal sind es Bücher von Hans Hütt, die sie zurückblicken lassen. Es sind Wörterbücher der 70er bzw. eines der 80er (ich habe auf Claudias Postings verlinkt).

An die 70er kann ich mich nicht so toll erinnern, zu jung war ich, gerade erst geboren. Das würde bei den 80ern wohl anders werden, dachte ich. Gut, nun habe ich keines der beiden Bücher gelesen, nur Claudias Beschreibungen, doch da klingelte es nicht allzu sehr bei mir. Haben wir in meiner Familie wirklich so dermassen anders als die anderen gelebt? Weil bei uns das Geld fehlte, oder was immer noch so fehlen konnte?

Die Schulterpolster gibt es schon lange nicht mehr, doch der Mode konnte ich damals eh nicht so hinterherrennen. Meine Mutter schneiderte Blusen für mich – zwar nach aktuellen Burda-Schnitten – aber ansonsten ohne mich gross zu fragen. Und tragen musste ich die Dinger. Als Hosen hatte ich abgetragene Jeans-Hosen aus der Verwandtschaft (von daher weiss ich, dass die Jeans-Hosen heutzutage nichts mehr taugen, denn die kann man nach einer gewissen, recht kurzen, Zeit, einfach nicht mehr weitergeben).
Den Zauberwürfel gibt es immer noch.
Die La-Ola-Welle? Habe ich auch mitgemacht. War ganz natürlich.
Das Gewese um die 99 Luftballons hatte ich nie verstanden (ich glaube, der Song war damals sogar verboten, irgendsowas war da), für mich war das ein ganz normales Stück. Atommächte und Weltraum hatte ich zwar mitgekriegt, aber das war wohl zu abstrakt für mich. Und Computer lernte ich erst später – dann aber so richtig tief und gründlich – kennen.
Dass Frauen ihre eigenen Wege gehen müssen, das war damals und ist heute noch meine Überzeugung. Inwieweit frau ihren eigenen Weg sozusagen ungestört gehen kann, das steht auf einem anderen Blatt, das ist von vielerlei Umständen abhängig. Das muss mit dem eigenen Willen der Frau noch lange nichts zu tun haben.

illustre Gesellschaft

Heute geht es auf einen runden Geburtstag. Gestern habe ich erfahren, wen das Geburtstagskind so eingeladen hat. Hui, ob das heute gutgeht? Eine illustre Gesellschaft, bei denen sich so manche – mögen sie sich schon kennen oder nicht – diametral entgegen stehen. Rechtskonservativ, christlich-fundamental versus liberal bis links-liberal.
Hoffentlich wird es trotzdem eine schöne Feier. Bin mal gespannt.

Nachtrag: Es ist alles gutgegangen, es war wider Erwarten ein harmonischer Geburtstag. Yeah, yeah!

Rezeptsuche

Auf der Suche nach guten Gewürzkuchenrezepten (in Printform) war ich auch in der Stadtbücherei. Habe nicht nur die Bücher gecheckt, die dort stehen, sondern auch die Hefte wie „Landlust“ und so.

Mein Fazit: Gewürzkuchen ist im Moment überhaupt nicht Trend. Schokokuchen, mächtige, viele mit flüssigem Kern, das findet man häufig. Puh, danach ist mir überhaupt nicht. Man kann es auch übertreiben mit der Schokolade.
Dann noch viele Torten. Ich bin nicht heiss darauf, Torte selbst zu machen. (Mir schwebt für den Gewürzkuchen ein einfacher Rührteig vor. Und so nach und nach werde ich auch fündig.) Und dann noch zu möglichen Abnehmern zu transportieren.
Cupcakes. Ich will das Topping nicht, Muffins sind mir lieber.

Ja, da macht man so seine Entdeckungen, wenn man auf Rezeptsuche geht.

Weiter geht’s mit Gewürzkuchen

Das Chefkoch-Rezept hat sich als nicht tragfähig erwiesen. Also habe ich mir überlegt, zu einem Backbuch zu greifen. Und was liegt da näher als das Backbuch meiner Kindertage? Das von Dr. Oetker „Backen macht Freude“. Ich bin in die Stadtbücherei und habe es ausgeliehen. Zwei Gewürzkuchenrezepte sind drin, aber ich muss sie etwas modifizieren, geschmacklich modifizieren. Wenn ich den Geschmack vom Chefkoch-Rezept nehme (Kakao, gehackte Mandeln, Lebkuchengewürz) und den Rest (Salz, Milch, Eier, Mehl, …) vom Backbuch, dann sollte es wohl hinkommen, denke ich. Denke ich. Ausprobieren muss ich es noch, vllt. am Sonntag.

Gewürzkuchen ausprobiert

Den Gewürzkuchen habe ich jetzt ausprobiert. Geschmacklich ist er voll in Ordnung, fluffig aber überhaupt nicht. Unverschämterweise hat die Erstellerin des Rezepts in sämtlichen Kommentaren nicht erwähnt, wie das zu ändern ist. Auch auf sonstige Fragen geht sie nicht ein (ob er nun bei Ober- und Unterhitze gebacken wird oder mit Umluft). Ich denke, 1 Stunde Backzeit ist zuviel. 10 Minuten in der Küchenmaschine rühren (bei mir mit dem Handmixer) ist auch zuviel. Ich gebe einem Kommentator recht, der besagt, den Rührteig auf herkömmliche Weise herzustellen. Das heisst, erst Butter und Zucker schaumig rühren (und so weiter, auswendig kann ich es nicht sagen) und nicht alles aufeinmal zusammenmengen und dann ewig schlagen.
Er schmeckt gut, wie gesagt, und ich denke, ich werde da noch ein bisschen experimentieren. Ich habe auf 175°C gebacken mit Ober- und Unterhitze (ich habe mir mal zusammengeraten, dass, wenn nur die Temperatur dran steht, Ober- und Unterhitze gemeint sind).

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